Individuelles Lernen mit System

Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist für alle Beteiligten immer (wieder) spannend. Die Kinder kommen mit verschiedenen Voraussetzungen in die Grundschule. Die Art und Weise des Lernens und auch das Tempo sind bei jedem Kind unterschiedlich und die Zusammensetzung der Kinder in einer Klasse dadurch immer heterogener. Im Zuge der Inklusion haben sich die Anforderungen an den Unterricht zusätzlich verändert.

Um diesen neuen Voraussetzungen gerecht zu werden, arbeitet unsere Schule seit dem Schuljahr 2016/2017 im Fach Deutsch aufbauend ab Klasse 1 mit dem „Individuellen Lernen mit System“.

Beim „Individuellen Lernen mit System“ arbeiten die Kinder selbstständig in den Bereichen Lesen, Schreiben, Rechtschreiben und Grammatik. Dabei bestimmen sie ihr Lerntempo individuell.

Die Kinder arbeiten mit Hilfe von einem Jahresarbeitsplan, der in drei verschiedene Teilarbeitspläne (gelb, orange, rot) gegliedert ist. Sie orientieren sich eigenständig in der Klasse und arbeiten mit Hilfe von verschiedenen Lernheften und Materialien in Einzel- oder Partnerarbeit. Die Materialien zu den verschiedenen Bereichen finden die Schülerinnen und Schüler in Regalen im Klassenraum. Die Orientierung wird durch eine farbliche Kennzeichnung erleichtert. Die Arbeitsergebnisse dokumentieren die Kinder in den Plänen. Am Ende eines Teilarbeitsplanes wird der Lernzuwachs durch eine Lernzielkontrolle überprüft.

In gemeinsamen Phasen werden mit einzelnen Kindern oder Gruppen, aber auch der gesamten Klasse neue Themen erarbeitet. Wichtig sind die Unterrichtsabschlüsse, in denen die Kinder sich gegenseitig erzählen können, was sie erreicht oder geschafft haben. Auch über Schwierigkeiten bei Freiarbeitsmaterialien wird gesprochen. Das Reflektieren über eigene Lernergebnisse und -fortschritte wird den Schülerinnen und Schülern so näher gebracht.

Ein großer Vorteil dieses Systems liegt darin, dass die Kinder dem eigenen Leistungsniveau gemäß und in ihrem eigenen Lerntempo arbeiten können. Schnelle Lerner müssen nicht auf andere warten, sondern können mit den nächsten Themen fortfahren. Kinder, die noch Unsicherheiten zeigen, können fehlende Kompetenzen durch weitere, vertiefende Übungen ausräumen. Durch viele Wiederholungsphasen im Klassenverbund hören die Kinder mehrmals wichtige Lerninhalte und können diese anders aufnehmen und abspeichern. Außerdem werden die Kinder durch die offene Arbeitsform in ihrer Selbstständigkeit gestärkt. Die soziale Kompetenz wächst, da die Kinder viele Lerninhalte in Partnerarbeit erledigen können. Dadurch haben sie auch die Möglichkeit, sich im Unterricht über neue Lerninhalte auszutauschen oder zu helfen. Viele Klassen nutzen Helferkinder, um z.B. Freiarbeitsmaterial zu erklären. Die Lehrkraft agiert in den Arbeitsphasen als Lernbegleiter für die Klasse und bestimmt nicht das Tempo oder das Lernziel der Kinder. Dadurch geht sie mehr auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Schülerinnen und Schüler ein.

Arbeit mit dem Individuellen Lernen mit System (ILS)